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Malteser Braunschweig

Dolmetscher mit Blaulicht

Das Projekt „DICTUM-Rescue Braunschweig“ wird vom Europäischen Sozialfonds gefördert

06.03.2019
Projektleiter Frank Müller und Dr. Eva Noack vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Göttingen (Mitte) mit den Projektpartnern von DICTUM Rescue (von links): Mathias John (Rettungsdienst Braunschweig), David Skiba (SKBS Digital), Boran Burchhardt (aidminutes GmbH) und den Maltesern Raphael Ebenhoch und Nicolai Hollander; Bildquelle: Lukas/Malteser

Braunschweig (mhd). Die Rettungswagen der Malteser in Braunschweig haben ab Herbst einen digitalen Dolmetscher an Bord. Das System „DICTUM-Rescue“ erleichtert die Kommunikation mit fremdsprachigen Patienten und soll für zwei Jahre erprobt werden. Am Montagmorgen, 4. März, überreichte die niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und regionale Entwicklung, Birgit Honé, den Projektverantwortlichen in Braunschweig den Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 131.000 Euro im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Innovation“.

Was tun, wenn Notfallsanitäter zu einem Patienten gerufen werden, der kein Deutsch spricht? Eine Situation die gerade auf der Transitautobahn A2 nicht selten vorkommt. DICTUM verspricht Abhilfe. Im Kern handelt es sich dabei um einen Tablet-Computer mit einer spezifischen Software, die dem Patienten die Kommunikation mit dem Rettungsdienstpersonal erleichtern kann. In der Malteser-Ambulanz im Grenzdurchgangslager Friedland wurde das System in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich erprobt und im Sommer 2018 sogar beim bundesweiten Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ berücksichtigt. Doch was sich in einer Ambulanz bewährt hat, muss noch lange nicht im akuten Notfall funktionieren. Grund genug, dieses erfolgreiche System jetzt im Rettungsdienst einzusetzen und an dessen Bedürfnisse anzupassen.

22 Sprachen wird DICTUM vorerst verstehen, darunter osteuropäische und nordafrikanische. Alles Weitere – wie groß das Tablet-Gerät sein muss, wie die digitale Benutzerführung sein wird – das muss nun die Praxis zeigen.

Natürlich kostet eine solche Entwicklung Geld. Mit Kosten von knapp 219.000 Euro rechnen die Projektverantwortlichen. 60 Prozent davon werden jetzt durch das niedersächsische Förderprogramm „Soziale Innovation“ gedeckt. Die Gelder stammen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

„Wir glauben an die Kreativität der Menschen in Niedersachsen und im Bezirk Braunschweig. Wir wollten neue Ideen, um die Transformation unserer Gesellschaft begleiten zu können und wir haben sie bekommen“, sagte Ministerin Honé in Braunschweig bei der Übergabe der Zuwendungsbescheide an insgesamt vier innovative Projekte. Der Landesbeauftragte Matthias Wunderlich-Weilbier ergänzte: „Die ausgezeichneten Projekte liefern neue Lösungen bei der Entwicklung von zukunftsfähigen Strukturen für Arbeitswelt, Daseinsvorsorge und Gesundheitswirtschaft.“

Das Projekt „DICTUM-Rescue Braunschweig“ wird geleitet vom Arzt Frank Müller vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Göttingen und seiner Kollegin Dr. Eva Noack. Weitere Partner sind das Unternehmen aidminutes GmbH, die Malteser, der Rettungsdienst in Braunschweig und das Unternehmen SKBS Digital.

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