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Malteser Braunschweig

Bis an die Grenze

Die Radpilgertour von Maltesern und Bistum Hildesheim hat ihren Höhepunkt überschritten

05.08.2015
Der alte Grenzweg trennte einst Ost und West, heute verbindet er die Menschen; Bildquelle. Malteser

Friedland (mhd) Es war ein Höhepunkt der zweiwöchigen Radpilgertour rund um die Grenzen des Bistums Hildesheim, und das in mehrfacher Hinsicht: Am vergangenen Montag haben die 50 Teilnehmer mit der Strecke durch den Harz den anspruchsvollsten Teilabschnitt hinter sich gebracht und durften sich dafür am gestrigen Dienstag, 4. August, in der Malteser-Berufsfachschule in Duderstadt eine ausgedehnte Mittagspause gönnen.  

Jahrzehntelang war der Harz durch den Eisernen Vorhang geteilt. Wer die Flucht über die gut gesicherte Grüne Grenze wagte, begab sich in Lebensgefahr. Und doch ist genau dies einem der Radpilger 1965 gelungen. Mit Tränen in der Augen habe er den Mitfahrern beim Frühstück erzählt, wie er als junger Mann durch den Harz von Ost nach West flüchtete, berichtet Raphael Ebenhoch, Geschäftsführer der Malteser in der Diözese Hildesheim, der in der zweiten Tourwoche selbst mitfährt. So war die zwölfte Etappe von Vienenburg nach Walkenried auch ein emotionaler Höhepunkt der zweiwöchigen Tour, ein Höhepunkt in Höhenmetern ohnehin. 

Dieser Höhepunkt musste aber hart erarbeitet werden. Viel Muskelarbeit lag hinter den Radpilgern, ehe sie bei Drei-Annen-Hohne der Harzbahn begegnen konnten. In der Nähe von Hohegeiß benutze die Gruppe einen Teil des alten Grenzweges, der bis 1990 den Soldaten der DDR als Wachweg diente. Ein Vierteljahrhundert später lässt die Natur nicht mehr viel von dem Schrecken spüren, der einst von dieser Grenze ausging. Dennoch seien alle sehr berührt gewesen von diesem Streckenabschnitt, erinnert sich Ebenhoch. Von Hohegeiß bis Walkenried wurde das Fahren dann zu einem einzigen Vergnügen: Laufen lassen und irgendwann bremsen. Lohn des anstrengenden Tages war der herzliche Empfang in der evangelischen Pfarrgemeinde von Walkenried. „Ein schönes Beispiel von Ökumene“, wie Ebenhoch anerkennend sagt. 

Der gestrige Dienstag brachte den 50 Radlern dann eine ausgedehnte Mittagspause an der Malteser-Berufsfachschule Duderstadt, wo Geschäftsführer Ebenhoch, zugleich Leiter der Schule, bei Kaffee und Kuchen das Schulkonzept vorstellte, ehe der Duderstädter Propst Bernd Galluschke den Reisesegen für die letzten Kilometer nach Friedland erteilte. Am heutigen Mittwoch fährt die Gruppe weiter nach Bad Karlshafen, ehe sie am Donnerstag in Bodenwerder rastet und am Freitag in Hildesheim von Bischof Norbert Trelle empfangen wird. 

Die Radpilgertour geht auf eine Idee der Hildesheimer KirchenZeitung zurück und führt seit 23. Juli bis zum 7. August rund 1.400 Kilometer entlang der Grenzen des Bistums Hildesheim. Anlass dieser ungewöhnlichen Radtour ist der 1.200 Geburtstag des Bistums. Mitveranstalter sind die Malteser in der Diözese Hildesheim und Pfarrer Thomas Hoffmann aus Wolfsburg. Logistisch wird diese ausgiebige Fahrradtour von den Maltesern getragen. Mit zehn ständigen Helfern und weiteren 40 Mitarbeitern, die punktuell aushelfen, sorgen sie an den meisten Stationen für Verpflegung und Unterkunft – überall dort, wo die Räume der Pfarrgemeinden nicht ausreichen. Dafür steht dem Hilfsdienst ein LKW mit einer kompletten Küchenausrüstung, Feldbetten, Zelten und Bierzeltgarnituren zur Verfügung. Ein weiterer Transporter befördert die Helfer von Ort zu Ort – und kann im Notfall auch ein kaputtes Fahrrad aufnehmen.

 

Informationen im Internet:

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