

Beim "Rettungswohnwagen" - kurz RTWo - handelt es sich um eine fahrbare Sanitätsstation, basierend auf einem handelsüblicher Wohnwagen, der von uns speziell für den Einsatz im Sanitätsdienst umgebaut worden ist.
In den vergangenen Jahren hat sich der RTWo als sehr universelles und bequem zu handhabendes Einsatzmittel bewährt und ist aus vielen wiederkehrenden Veranstaltungen nicht mehr weg zu denken.
Neben seinen hervorragenden funktionalen Eigenschaften ist er natürlich auch ein "Hingucker" - wo sieht man denn schon ein solches Gefährt!
Motivation &
Historie
Die Idee des Rettungswohnwagens entstand Mitte der Neunziger Jahre, als die Anzahl der Sanitätsdienst-Einsätze, bei denen keine Räumlichkeiten zur Einrichtung einer Sanitätsstation vorhanden waren, immer mehr zunahm. Üblicherweise wird bei solchen Veranstaltungen ein Zelt als Sanitätsstation aufgebaut. Dies ist jedoch logistisch und personell sehr aufwändig (z.B. muss ein nasses Zelt 24 Stunden lang zum trocknen aufgehängt werden).
All das fällt bei einem Wohnwagen weg - er ist mit einem vollständigen Versorgungsbereich für Patienten sowie einem Aufenthaltsbereich für die Helfer eingerichtet und muss daher nur hinter einen unserer VW-Busse gehängt und zum Einsatzort gefahren werden.
Der erste RTWo basierte auf einem Wohnwagen der Marke Knaus 520 (Baujahr 1980) mit ca. 5,2 m x 2 m Grundfläche des Aufbaus. Er verfügte bereits über einen Aufenthaltsbereich mit Sitzecke für 4 Helfer, einen Tisch sowie über eine kleine Teeküche. Der Behandlungsbereich bot Unterbringungsmöglichkeiten für medizinisches Material sowie eine Trage, auf der ein Patient direkt in einen Krankenwagen oder Rettungswagen getragen werden konnte.
RTWo II
Nach dem der erste RTWo ca. 10 Jahre Dienstzeit und 25 Jahre Lebenszeit hinter sich gebracht hat, wurde im Sommer 2005 ein Wohnwagen der Marke Tabbert Comtess 630 (Baujahr 1995) als Nachfolgemodell beschafft. Neben dem größeren Platzangebot von ca. 6,3 m x 2,5 m bietet er die Möglichkeit, eine Fahrtrage aus dem Rettungsdienst unterzubringen. Patienten können mit dieser Fahrtrage am Notfallort aufgenommen und über ein extra in das Heck eingebautes Rolltor in den RTWo geschoben werden. Im Bedarfsfall können Patient so auch direkt und ohne aufwendiges und für den Patienten evtl. schmerzhaftes Umlagern in einen Rettungswagen umgeladen werden.
Seine Einsatz-Premiere feierte der RTWo II im November und Dezember 2006, als er über einen Monat lang täglich als Sanitätsstation auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt diente.
Zusatz- und Sonderausstattung
Neben der Ausstattung für die medizinische Versorgung und den Helfer-Aufenthalt verfügt der RTWo über Telefon und die im Sanitätsdienst notwendigen BOS-Funkgeräte.
Für größere Einsätze kann der RTWo auch zur Einsatzleitung umgerüstet werden. In diesem Fall stehen je nach Bedarf 2 Funk-Arbeitsplätze und ein Besprechungsbereich für 4 Personen zur Verfügung.
Bei der Planung des RTWo wurde viel Wert auf Flexibilität, Zukunftssicherheit und robuste Technik gelegt. Insbesondere die Kommunikationstechnik - also Funkgeräte, Telefon und dergleichen - wurde sehr bedacht geplant. Alle Geräte wurden zentral in einen Datenschrank eingebaut, welcher der Einfachheit halber in der ehemaligen Bar des Wohnwagens untergebracht wurde. Im gesamten RTWo wurde darüberhinaus ein Cat5-Datennetz eingezogen. Über dieses Datennetz können Computer und Telefone miteinander verbunden werden. Weiterhin werden sämtliche BOS-Funkgeräte über das Datennetz betrieben. Anstatt die Funkgeräte - wie eigentlich üblich - direkt an eine Sprechstelle anzuschließen, werden sie mit einem Adapterkabel an eine Datendose im Datenschrank angeschlossen. Gleiches geschieht mit der Sprechstelle - sie kann an einer beliebigen Datendose, von denen es überall im RTWo genügend gibt, angeschlossen werden. Verbunden werden Funkgerät und Sprechstelle dann über das Patchfeld. So können sehr schnell unterschiedlichste Konfigurationen eingestellt werden. Die Sprechstelle kann einfach an unterschiedlichen Stellen des RTWo angeschlossen werden, je nachdem wie es der Einsatzfall erfordert. Über ein Netzwerkkabel kann man die Sprechstelle sogar mit nach draussen nehmen.
Gleichwohl können auch weitere Funkgeräte zeitweise in das Datennetz eingespeist werden (siehe auch Bilderserie). Das kann erforderlich werden, wenn beispielsweise eines der fest eingebauten Geräte ausfällt oder der RTWo als Einsatzleitung genutzt werden soll und mehrere Funkgeräte vonnöten sind. Mit einem Adapterkabel wird das Gerät einfach an eine Datendose angeschlossen. Über die Patchtechnik wird das Gerät dann an eine Sprechstelle angeschlossen.