Navigation
Malteser Braunschweig

Schüler helfen Schülern

Malteser gründen Schulsanitätsdienst an der Berufsbildenden Schule Vöhrum

29.06.2017
Ostseeluft half beim Lernen; Bildquelle: Malteser
Ostseeluft half beim Lernen; Bildquelle: Malteser

Braunschweig/Peine (Meyer/mhd). Mückenstiche, Nasenbluten, Nagelbettabriss, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Kreislaufkollaps: Bei den Berufsschülern der Berufsbildenden Schulen in Vöhrum bei Peine liegt immer etwas an – kein Wunder: Es sind 2100. Schnelle Hilfe bringt jetzt der Schulsanitätsdienst der Malteser (SSD), der sich am Mittwoch, 7. Juni, offiziell vorstellte.

Freiwillig und in ihrer Freizeit, so schildert Fachlehrer Jürgen H. Bellinskies, hätten sich 24 Schüler im Alter zwischen 17 und 24 Jahren zu Sanitätern ausgebildet; die Weiterbildung im Harz und an der Ostsee hätten sie sogar selbst bezahlt. Bellinskies lobt diese Bereitschaft, sich auf diese Weise für die Mitmenschen einzusetzen, und sagt über die Tätigkeit im Schulsanitätsdienst: „Soziales Lernen beinhaltet die Übernahme von Verantwortung – in diesem Fall für die Schüler und Lehrer.“ Der 66-Jährige, der am Schuljahresende pensioniert wird, aber den Schulsanitätsdienst auch künftig unterstützt, meint ganz ehrlich: „Ich habe mich gewundert, dass eine so große Schule wie unsere Berufsschule zuletzt keinen Sanitätsdienst hatte – das wollte ich unbedingt ändern.“

„Ich bin dabei“, steht – mit den jeweiligen Vornamen – auf den blauen T-Shirts der Schulsanitäter, andere sind mit leuchtenden Westen bekleidet. Sarah hatte, wie sie erzählt, an einem Tag schon mal vier Einsätze: Per Walkitalki werden die Schulsanitäter zum Notfall gerufen und dürfen dann auch raus aus dem Unterricht gehen – es sei denn, es stehen Klassenarbeiten an. Die meisten der 24 Helfer sind angehende Sozialassistenten. „Wir haben eben ein Faible für solche Sanitätsdienste“, ist Leon überzeugt.

Die BBS-Schulleiterin Maria Zerhusen freut sich über das soziale Engagement der Schulsanitäter und nennt noch einen ganz praktischen Vorzug dieser ehrenamtlichen Einsätze: Früher habe die Schule wegen jeder Verletzung den Rettungswagen beziehungsweise Ärzte rufen müssen, nun könnten das diese ausgebildeten Schüler übernehmen. „Die Schwelle, zu helfen, aber auch, sich helfen zu lassen, sinkt“, freut sich die Rektorin. Klar ist aber auch: „Medikamente dürfen wir als Schule nicht herausgeben.“

Mit einer Spende der Sparkasse von 1300 Euro hat sich die Berufsschule auch einen Defibrillator, medizinisches Gerät zu Beseitigung von Herzflimmern, angeschafft, der in der Pausenhalle hängt und einfach zu bedienen ist. Der Braunschweigische Gemeindeunfallversicherungsverband (GUV) hat die Ausbildung und die Materialien der Sanitäter bezahlt, unter anderem die beiden Sanitäts-Rücksäcke.

Quelle: Braunschweiger Zeitung/Peiner Nachrichten, Autor: Harald Meyer

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE26370601201201209230  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7