Einer der wichtigsten Bestandteile
der Schnelleinsatzgruppe und des Einsatzzug sind unsere
beiden Gerätewagen Rettung (Rettungsgerätewagen -
RettGW). Auf ihnen ist das komplette Material des
Behandlungsplatzes verlastet. Der Behandlungsplatz
spielt im Großschadensfall eine zentrale Rolle: alle
Verletzten oder erkrankten Personen werden hier
gesichtet und medizinisch versorgt. Dabei kann das
rettungsdienstliche und das ärztliche Personal des
Behandlungsplatzes nicht nur elementare Maßnahmen
durchführen, sondern beispielsweise auch Schmerzen
bekämpfen, Narkosen einleiten und dergleichen mehr.
Teile des Behandlunsplatzes gleichen fast einer
behelfsmäßigen Intensivstation! Der Aufbau des
Behandlungsplatzes dauert erfahrungsgemäß etwa 15 bis
20 Minuten. Es können etwa 50 Patienten versorgt
werden.
Die wichtigsten Komponenten des
Behandlungsplatzes sind auf dem ersten RettGW
verlastet, damit dieses zuerst eintreffende Fahrzeug
notfalls bereits einen Notbetrieb aufbauen kann. Der
zweite RettGW bringt dann das noch benötigte Material
hinterher. Üblicherweise sind jedoch beide RettGWs sehr
zeitnah an der Einsatzstelle vor Ort.
Im äussersten Notfall kann ein
RettGW auch als Notbehandlungsraum oder als
Transportmittel für bis zu vier Patienten genutzt
werden.
Einsatzbereiche
- Schnelleinsatzgruppe
- Einsatzzug
Besatzung
- 1 Gruppenführer
- In der Regel 2 bis 5 SEG-Helfer, von denen
mindestens einer die Qualifikation zum
Rettungssanitäter oder zum Rettungsassistenten
hat
Taktische
Verwendung
- Auf dem Fahrzeug sind Teile des
Behandlungsplatzes verlastet. Es kommt immer
gemeinsam mit dem RettGW 2 zum Einsatz,
der den Rest des Behandlungsplatzes trägt.
Einsatzoptionen
- Schadenslagen, bei der der Aufbau eines
Verbandplatzes oder Teilen davon notwendig oder zu
erwarten ist
- Im Ausnahmefall können - nach dem Ausräumen des
Fahrzeuges - auch Patienten und anderes Material
befördert werden
Technik
- Eigentümer: Bund
- Jahr der Indienststellung: 1989
- Fahrgestell: Mercedes 507
- Funk: 4-Meter-BOS-Funkgerät (FuG 8) in Festeinbau
mit FMS-Geber (Commander 5), ein
2-Meter-BOS-Handfunkgerät für den Fahrzeugfürer
- Funkrufname: Johannes Braunschweig 75-63
- Sondersignalanlage: Hella RTK3 SL,
Fiamm-Pressluft-Hörner, 3 Rundumlicht-Kennleuchten,
Strassenräumer im Kühlergrill
- Ein aufblasbares Zelt, das eine zentrale
Sauerstoffversorgung für vier Patienten besitzt
- Sauerstoff-Behandlungseinheit zur Einspeisung von
Sauerstoff in die zentrale Zeltversorgung
- Zelt-Beleuchtungssatz
- mehrere Halogen-Schweinwerfer mit je 500 Watt
Lichtleistung
- Verschiedene Behandlungsplatzkisten mit Material
für unterschiedliche Zwecke, z.B. Kiste mit 50
Infusionen, Hygiene-Mittel, ...
- 1 Behandlungsplatzkiste "Beatmung" mit einem
Beatmungsgerät, 4 Ersatz-Sauerstofflaschen,
Beatmungsbeuteln, Absaugpumpen etc.
- 1 Behandlungsplatzkiste "Sauerstoff-Reserve" mit
einer großen Anzahl an
Sauerstoff-Reserve-Flaschen
- 4 Tragenlagerungsböcke
- 10 Tragen
- 20 Decken
- Ein Notfallkoffer "Erwachsener" nach
Braunschweiger Norm
- Schaufeltrage
- mehrere Vakuummatrazen
- und vieles mehr!
Das Fahrzeug und das darauf
verlastete Material steht ausschließlich für SEG- oder
Katastrophenschutz-Einsätze zur Verfügung. Es wird
daher z.B. nicht im Rahmen von Sanitätseinsätzen
eingesetzt. Hierfür stehen bei den Braunschweiger
Maltesern andere Mittel zur Verfügung.