Malteser Hilfsdienst Braunschweig/Katastrophenschutz/Einsätze

Busunglück auf der A2

Foto: Nonstopnews

Zu einem schweren Busunglück wurde die Schnelleinsatzgruppe Sanität der Braunschweiger Malteser gemeinsam mit vielen anderen Rettungskräften in den frühen Morgenstunden des 26. Juni 2007 alarmiert.

Gegen 1:20 Uhr hatte sich auf der Bundesautobahn 2 in einem Baustellenbereich nahe der Abfahrt Peine in Fahrtrichtung Hannover ein Verkehrsunfall mit einem russischen Kleinstransporter ereignet, bei dem zwei Personen verletzt wurden. Infolgedessen entstand ein Rückstau, dessen Ende von einem polnischen Reisebus offenbar nicht rechtzeitig erkannt worden war. Der Bus fuhr gegen 1:30 Uhr mit hoher Geschwindigkeit auf einen vor ihm stehenden Sattelschlepper auf. Der Busfahrer und sein 11-jähriger Sohn, der auf dem Beifahrersitz saß, wurden dabei massiv eingeklemmt und erlitten schwere Verletzungen. Weitere 37 Personen, die sich als Reisende in dem Bus befanden, wurden zum Teil leicht verletzt und konnten den Bus aus eigener Kraft durch eine Seitentür verlassen.

Aufgrund der vielen Notrufe entsandte die Integrierte Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel umgehend mehrere Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge sowie die Feuerwehren Bortfeld, Wendeburg, Zweidorf und den Rüstzug der Berufsfeuerwehr Braunschweig. Darüberhinaus wurde MANV-Alarm der Stufe 3 gegeben, so dass unter anderem die Schnelleinsatzgruppe "Rettung" des DRK Peine und die Schnelleinsatzgruppen "Sanität" (Malteser), "Rettung" (Johanniter) und "Transport" (ASB) aus Braunschweig um 1:53 Uhr alarmiert wurden.

Einsatz einer Rettungsplattform. Foto: Nonstopnews

Die Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr begannen nach ihrem Eintreffen mit der schwierigen technischen Rettung der beiden eingeklemmten Personen sowie mit der Betreuung der leicht- und unverletzten Personen. Verletzte Personen konnten zunächst in den vor Ort befindlichen Rettungswagen betreut werden, unverletzt Betroffene wurden vorübergehend in Fahrzeugen der Feuerwehr und der Polizei betreut. Weitere Kräfte aus dem Landkreis Peine, darunter auch eine Schnelleinsatzgruppe, wurden an die Einsatzstelle nachgeführt, um dort Patienten zu betreuuen und in die umliegenden Krankenhäuser zu transportieren. Im Feuerwehrhaus der Feuerwehr Wendeburg wurde indessen eine Sammelstelle für die unverletzten Personen eingerichtet.

Die aus Braunschweig anrückenden Kräfte, die im Rahmen des MANV alarmiert worden waren, fuhren währenddessen einen MANV-Sammelpunkt in der Nähe der Autobahn 2 an. Die drei Schnelleinsatzgruppen Sanität, Rettung und Transport, nachbesetzte Rettungsmittel und die Führungskomponente der Feuerwehr Braunschweig gingen hier in Bereitstellung. Der Bereitstellungsraum wurde zunächst von einem Führungsdienst der Berufsfeuerwehr und dann durch den Leiter der Schnelleinsatzgruppe Transport, zu deren Aufgaben auch die Organisation des Rettungsmittelhalteplatzes zählt, koordiniert.

Durch die zeitnahe, umfangreiche Alarmierung standen an der Einsatzstelle sehr schnell ausreichend viele Rettungsmittel zur Verfügung, um die beiden schwerverletzten Personen notfallmedizinisch umfangreich zu versorgen. Auch für die aufwändige technische Rettung waren genügend Kräfte vor Ort. Der Transportorganisator forderte zunächst nach Rücksprache mit dem Leitenden Notarzt und dem Organisatorischen Leiter Peine zwei weitere Rettungswagen beim Rettungsmittelhalteplatz an, um genügend Rettungsmittel direkt an der Einsatzstelle zu haben. Zeitgleich wurde damit begonnen, unverletzt betroffene Personen in die Sammelstelle in das Feuerwehrhaus nach Wendeburg zu verbringen, da sich diese Personengruppe bisher in unmittelbarer Nähe der Schadensstelle aufhielt. Immer wieder versuchten Betroffene, in den verunglückte Bus zu gelangen, um dort persönliche Gegenstände herauszuholen oder dergleichen mehr.

Im Feuerwehrhaus Wendeburg wurden die dort eintreffenden Personen durch Kräfte der Feuerwehr, der Notfallseelsorge und der SEG Sanität, die dorthin verlegt hatte, versorgt. Die zunächst im Krankenhaus Peine versorgten Leichtverletzten wurden nach einer ambulanten Versorgung ebenfalls dorthin geführt. Am frühen Morgen traf ein Ersatzbus ein, welcher die Weiter- bzw. Rückfahrt der betroffenen Personen übernahm.

Die Malteser waren mit insgesamt 23 Helfern im Einsatz. Seitens der Rettungshundestaffel waren weitere 6 Helfer mit 4 geprüften Hunden in Bereitschaft.

Eingesetzte Kräfte

Rettungsdienst Peine

  • 3 Rettungswagen
  • 1 Notarzteinsatzfahrzeug
  • Organisatorischer Leiter
  • Schnelleinsatzgruppe Rettung

Rettungsdienst Braunschweig

  • 4 Rettungswagen
  • 2 Notarzteinsatzfahrzeuge
  • Leitender Notarzt
  • Transportorganisator
  • Leitende-Notarzt-Gruppe (3 Notärzte)
  • 3 Notfallseelsorger
  • Schnelleinsatzgruppe Sanität + 3 Reserve-Rettungswagen (Malteser)
  • Schnelleinsatzgruppe Rettung (Johanniter)
  • Schnelleinsatzgruppe Transport (ASB)

Feuerwehr

  • Freiwillige Feuerwehr Wendeburg
  • Freiwillige Feuerwehr Zweidorf
  • Freiwillige Feuerwehr Bortfeld
  • Feuerwehr Braunschweig mit Rüstzug und ELW2
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