Die Rettungshundestaffel der Malteser wurde am heutigen Freitag, den 25.8. zu einem Einsatz bei Schierke in Sachsen-Anhalt gerufen. Gegen 22:40 Uhr wurden die digitalen Funkmeldeempfänger der Rettungshundestaffel durch die Integrierte Regionalleitstelle Braunschweig/Peine ausgelöst. Vermisst wurde eine 86 Jahre alte Rentnerin, die mit ihrer Tochter "in die Pilze" gegangen war und plötzlich wie vom Erdboden verschluckt schien. Gegen 18:00 suchten Polizei und Bergwacht vergeblich die Waldwege in der Nähe des Ortes ab, an dem die Gesuchte das letzte Mal gesehen worden war. Auch der Einsatz eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera blieb erfolglos.
Darauf wurde durch die Polizei die Rettungshundestaffel der Johanniter Braunschweig alarmiert, die Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Rettungshunde der Region Braunschweig ist. Umgehend wurde die Alarmierung an alle in dieser AG organisierten Rettungshundestaffeln (neben den Johannitern gehören das DRK Peine, das THW Wolfenbüttel und die Malteser dazu) weitergegeben.
Die Malteser Braunschweig schickten entsprechend des Einsatzkonzeptes neben einem Rettungshundeteam den ELW 1, einen KTW und den Betreuungskombi mit Geräteanhänger Licht zum Einsatzort. Auch gerade gelieferte, funkelnagelneue Scheinwerfer und Stative wurden noch originalverpackt in den Einsatz gebracht.
An der Einsatzstelle wurde durch uns Malteser die Einsatzleitung im ELW 1 betrieben, welche mit Führungskräften aller Hundestaffeln besetzt wird. Mit dem Geräteanhänger Licht wurde die Einsatzstelle umfangreich ausgeleuchtet. Weiterhin wurde eine Betreuungsstelle mit eine Heißgetränkausgabe für die Helfer eingerichtet. Der KTW stand als Eigenschutz für die eingesetzten Helfer und die notfallmedizinische Betreuung der eventuell gefundenen Person bereit.
Aufgrund der Geländestruktur (Ostharz) und dem dichten Bewuchs wurde eine Wegerandsuche durchgeführt. Neben dem Hundeteam der Malteser kamen seitens der AG Rettungshunde drei Hundeteams des DRK Peine und drei Hundeteams der Johanniter Braunschweig zum Einsatz. Weiterhin war die Bergwacht, die DRK Rettungshundestaffel Helmstedt und die DRK Rettungshundestaffel Stendal/Altmark am Einsatz beteiligt.
Das Gelände wurde großflächig abgesucht. Kurz vor Ende der Suche wurde gegen 2:30 Uhr ein Rettungshundeteam der Johanniter durch laute Rufe der gesuchte Person auf diese aufmerksam. Die Frau hatte die Handscheinwerfer des Teams gesehen. Rettungshund "Benny" leistete wertvolle Hilfe, denn als er in Richtung der Rufe in die Suche geschickt wurde, konnte er die Rentnerin schnell ausfindig machen und seinem Hundeführer anzeigen. Eine kurze Untersuchung durch die Suchgruppenhelferin ergab, dass sich die Dame in einer erfreulich guten Verfassung befand. Nur laufen könne sie nicht mehr. Umgehend kam der KTW der Malteser zum Einsatz, der über den Forst- und Wanderweg möglichst nahe an die Fundstelle heranfahren konnte. Die restlichen 400 Meter mussten Rettungsassistent und Rettungssanitäter mit ihrer Ausrüstung im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein zurücklegen. Teilweise musste mehrfach ein kleiner Bachlauf gequert werden. Da ein Schleifkorb nicht zeitnah zur Verfügung stand, wurde die Patientin mit einem Bergetuch aus dem Gelände gerettet, aus dem es glücklicherweise doch einen etwas besser begehbaren Weg in einem aufgeforsteten Waldstück gab. Mehrere Helfer der Malteser und der Johanniter wurden mit dem Betreuungskombi nachgeführt, um beim Transport zu helfen. Selbstverständlich wurden auch die durch die Vermisste gesammelten Pilze mitgenommen. Im KTW ergab eine genauere Untersuchung, dass außer einer leichten Unterkühlung und kleineren Verletzungen im Bereich der Sprunggelenke keine schwerwiegenden Verletzungen oder Erkrankungen vorlagen. Dennoch wurde die Patientin einem RTW des Landkreises Werningerode zur Abklärung übergeben. Die Einsatzkräfte der Malteser rückten kurz vor 4:00 Uhr von der Einsatzstelle ab, gegen 5:30 konnten sie sich wieder in ihre Betten legen.
Eingesetzte Kräfte Malteser: