Im Rahmen von Bauarbeiten wurden am 18.04.2001 im Zentrum der Stadt Helmstedt eine Bombe - vermutlich ein Blingänger aus dem zweiten Weltkrieg - gefunden. Weite Teile der Stadt mussten evakuiert werden. Die Rettungsleitstelle Helmstedt alarmierte dazu erhebliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises sowie die Katastrophenschutzkräfte des DRK Helmstedt. Da unter anderem ein großes Altenheim evakuiert werden musste, wurden neben Einheiten aus anderen Landkreisen auch Einsatzkäfte des Sanitäts- und Betreuungsdienstes sowie der LNA der Stadt Braunschweig angefordert. Zwischen dem Landkreis Helmstedt und der Stadt Braunschweig bestehen Vereinbarungen, die es dem Landkreis Helmstedt bei Großschadenslagen ermöglichen auf die MANV-Kräfte der Stadt Braunschweig zuzugreifen.
Daher wurden gegen 19:50 durch die Integrierte Leitstelle der Berufsfeuerwehr Braunschweig der Leitende Notarzt, die Transportorganistoren (OrgL), ein Führungsdienst der Feuerwehr sowie die SEG Sanität, die SEG Transport des ASB und die SEG Betreuung des DRK alarmiert. Da keine erhöhte Dringlichkeit bestand, rückten die Kräfte der SEG Sanität gegen 20:15 als Verband mit 5 Fahrzeugen und 12 Helfern Richtung Helmstedt ab.
Beim Eintreffen der Fahrzeuge in Helmstedt wurden alle Braunschweiger Einsatzmittel, die Transportkapazitäten für Patienten hatten (KTWs und RTWs), zu dem zu evakuierenden Altenheim geleitet, während die anderen Kräfte zunächst in einen Bereitstellungsraum einrückten. Helfer der SEG Betreuung unterstützten Helmstedter Kräfte dabei, in einer Schule eine Betreuungsstelle für etwa 400 Personen einzurichten.
An dem zu evakuierenden Altenheim wurde durch einen Braunschweiger Transportorganisator die Organisation des Patiententransportes übernommen. Durch den Leiter SEG Sanität wurde ein RTW-/KTW-Halteplatz eingerichtet. Gemeinsam mit Einsatzkräften aus Helmstedt und den umliegenden Landkreisen wurden alle Bewohner des Altenheims in das nahegelegene Krankenhaus Helmstedt transportiert. Dabei kamen auch die 4-Tragen-KTWs des Bundes zum Einsatz. Das Klinikpersonal wurde durch einen weiteren Transportorganisator aus Braunschweig bei der Aufname der Patienten unterstützt.
Nachdem alle Patienten evakuiert waren, sammelten sich die Einsatzkräfte an der Betreuungsstelle und wurden dort verpflegt. Nachdem die Bombe gegen Mitternacht entschärft worden war, wurde der MANV aufgehoben. Die Patienten wurden am nächsten Tag durch Einsatzmittel des Landkreises Helmstedt nach und nach wieder in das Altenheim transportiert.